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Adobe Flash: Internet-Archiv rettet Yeti-Spiele vor dem Aussterben - DER SPIEGEL - Netzwelt

2020-11-21T16:14:03.762Z

Die Multimediasoftware Flash wird Ende 2020 eingestellt. Doch das »Internet Archive« hat gut 1000 Minispiele, Memes und Comicfilmchen vor dem Vergessen gerettet. Wir stellen zehn Web-Klassiker vor.


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Die »Yetisports«-Browserspiele haben Kultstatus: Das »Internet Archive« hat die Reihe konserviert, bevor Flash endgültig abgeschaltet wird

Foto: Chris Hilgert / Internet Archive

Überreste antiker Kulturen landen im Museum. Das passiert nun auch mit aussterbender Software. Das »Internet Archive« hat sich erbarmt und rund 1000 Flash-Animationen in ihr Online-Museum gestellt, bevor die Multimedia-Software zum Ende dieses Jahres offiziell eingestellt wird.

Internet-Nostalgiker dürfte die Rettungsaktion freuen: Lustige Clips und Browsergames sind in den Neunzigerjahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts fast immer in Flash programmiert worden. Mit der Kollektion wollen die Betreiber des »Internet Archive« solche Clips davor bewahren, in Vergessenheit zu geraten.

Die Sammlung enthält viele nicht so gut gelungene Beispiele dessen, was man mit Flash produzieren konnte. Doch einige der konservierten Flash-Filmchen zeigen, wie kreativ und witzig das Internet um die Jahrtausendwende war. Ohne Flash wären Trends wie die »Yetisports«-Reihe, makabre Strichmännchen-Spiele und das »Peanut Butter Jelly Time«-Meme mit der tanzenden Banane niemals möglich gewesen.

Ein Flash-flash ohne Flash

Flash habe »für viele junge Künstler einen Zugang geschaffen, um auf den ersten Schritten ihrer späteren Karriere nahezu professionelle Spiele und Animationen zu formen«, schreibt Technikhistoriker Jason Scott in einem Blogbeitrag. »Flash ist gefährdet, in der Versenkung zu verschwinden, weil ein spezieller Player dafür nötig ist.«

Das Beste an der Flash-Kollektion: Die Browser-Anwendungen fühlen sich zwar so an wie Flash, doch man muss dafür kein Flash-Plug-in im Browser installieren. Die Animationen werden emuliert. Das bedeutet, dass auch aktuelle Versionen von Browsern wie Chrome, Edge, Firefox und Safari die Clips anzeigen, obwohl sie Flash blockieren.

Um das zu ermöglichen, verwendet das »Internet Archive« den quelloffenen Flash-Emulator Ruffle, der von einer Gruppe Freiwilliger entwickelt wurde und gepflegt wird. Ihr Ziel ist nach eigenen Angaben, die »vielen Websites und die Fülle an Inhalten zu bewahren«, die mit dem Flash-Player verschwinden werden. Ein großes Problem des Originals vermeidet Ruffle: Der Emulator »umschifft zuverlässig alle Sicherheitslücken, für die Flash bekannt war«, heißt es auf der Seite der Entwickler.

Sicherheitslücken ohne Ende

Das ist besonders wichtig, weil Flash auch für seine zahlreichen Sicherheitslücken berühmt ist. Der Softwarekonzern Adobe, der durch dir Übernahme seines Konkurrenten Macromedia 2005 Eigentümer der Flash-Technologie wurde, kam teilweise kaum damit hinterher, die vielen Schwachstellen zu schließen. Weil auch der Flash-Player zudem sehr leistungshungrig ist und deshalb die Akkulaufzeit mobiler Geräte reduziert, verbannte Apple die Software bereits vor zehn Jahren von iPhones und iPads. Damals begann der schleichende Tod des Software-Standards. Jahre später folgten die Browser-Entwickler und sperrten Flash endgültig aus Chrome, Firefox und dem Internet Explorer aus.

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Dabei war der Flash-Player vor mehr als 20 Jahren eine Revolution für Websites. Plötzlich war mehr möglich als nur Text und Bilder. Entwickler konnten ganz einfach Songs und Videos auf ihren Seiten abspielen, Browserspiele einbetten und 3D-Animationen veröffentlichen. Der Flash-Player machte das Netz bunter. Mittlerweile aber ist die alte Technologie von modernen Netzsprachen wie HTML5 abgelöst worden.

Wer noch Flash-Dateien auf dem Rechner rumliegen hat, der kann die an der Endung .SWF erkennbaren Dateien für die Nachwelt erhalten. Das »Internet Archive« ruft Kreative dazu auf, ihre Flash-Projekte ins Online-Museum zu stellen. Doch vorher sollten sie ihre Daten auf dieser Seite testen.

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Source: spiegel

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