The Limited Times

Now you can see non-English news...

Hertha BSC gegen Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga - DER SPIEGEL - Sport

2020-11-21T22:52:53.569Z

Die Berliner Glückseligkeit hielt genau so lange, bis Erling Haaland abhob und vierfach traf. Der BVB überwältigte nach der Pause eine in der ersten Hälfte gut stehende Berliner Defensive – und machte Moukoko glücklich.


Icon: vergrößern

Erling Haalands Leistung steht für sich allein

Foto: Matthias Koch / imago images/Matthias Koch

Strapazen vor der Besinnung: Das Fußballjahr biegt im Eiltempo auf eine lange Zielgerade ein. Für Borussia Dortmund war es das erste von zehn Pflichtspielen in 31 Tagen. Die Spieleflut wird nagen an der Substanz, und nötige Ruhephasen für die Spieler werden fehlen. Da kommen wohltuende Auswärtssiege gelegen.

Viererpack auf Norwegisch: Der 20-jährige Erling Haaland, der aufgrund einer Corona-Infektion in der Nationalmannschaft früher als geplant wieder nach Dortmund zurückkehrte, übernahm mit seinen Saisontreffern Nummer sieben, acht, neun und zehn zweifellos die Hauptrolle in dieser Partie. Es war sein erster Viererpack in der Bundesliga. Wie er das gemacht habe, wurde er nach dem Spiel vom Reporter gefragt. Er habe in der Halbzeit ein Red Bull getrunken und Flügel bekommen, entgegnete er. Nach dieser marketingstrategisch unklugen Offenbarung war klar, dass er die reifere Leistung auf dem Spielfeld zeigte, nicht daneben.

Das Resultat: Wenige Tage nach der Länderspielpause gewann der BVB die Samstagabend-Partie 5:2 (0:1) bei einer anfänglich unbequemen, später überforderten Berliner Hertha. Hier lesen Sie den Spielbericht.

Die erste Hälfte: Ernstlich prickelnd war sie nicht, die Anfangsphase. Der BVB kam nur schleppend ins Spiel gegen eine Hertha, die den Begriff »Kompakte Defensive« wohl zuvor im Fußball-Duden nachgeschlagen hatte. Nach einem weiten Abschlag landete der Ball über Dodi Lukébakio bei Matheus Cunha. Der Brasilianer traf unbekümmert aus etwa 20 Metern zur Führung. Der überlegene BVB, 61 Prozent Ballbesitz, vergab Sekunden vor der Pause eine Großchance, als Raphael Guerreiro nach schöner Kombination nicht selbst abschloss, sondern noch einmal auf den überraschten Haaland ablegte.

Einer zum Staunen: Der schwarz-gelben Reisegruppe nach Berlin gehörte auch Youssoufa Moukoko an. Und nicht nur das: Der Stürmer, der gestern seinen 16. Geburtstag feierte, gab heute sein Debüt in der Bundesliga. Jünger als er war dabei keiner. Moukoko ist ein Ausnahmetalent mit dem Potenzial zum Begeistern, das wurde in den fünf Minuten, in denen er mittun durfte, klar. Zwar ohne Torerfolg, aber schnell, ballsicher und mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Icon: vergrößernFoto: CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Ein Trend: In der Saison 2002/03 lag das durchschnittliche Alter bei 27,1 Jahren, in der Saison 19/20 bei 24,2. Bellingham, Wirtz, Musiala, Reyna und eben Moukoko heißen die mit erstaunlicher Frühreife ausgestatteten Nachkömmlinge der Liga.

Ein (noch) nicht eingelöstes Versprechen: Die Blicke bei der Hertha ruhten vor der Partie hingegen auf Krzysztof Piatek. Nach dem Ausfall von Jhon Cordoba sollte der Angreifer endlich seine ganze Klasse demonstrieren. Trotz einer saftigen Ablöse von 23 Millionen Euro war Piatek bisher nur Ersatz und auch im Spiel gegen den BVB fremdelte der Pole mit seiner neuen Umgebung.

Die zweite Hälfte: Der BVB bot dar, was der geneigte Zuschauer von einem Vizemeister erwarten kann. Keine zwei Minuten waren gespielt, da schob Haaland nach Hereingabe von Emre Can und vorausgegangener Ballstafette ein (47.). Abermals zwei Minuten später steckte Julian Brandt auf Haaland durch, der den Ball präzise ins entlegene rechte Eck setzte (49.). Nach Plattenhardts fahrigem Rückpass spritzte Haaland dazwischen, umkurvte Keeper Schwolow und traf zum Dritten (62.). Die Entscheidung oblag Guerreiro mit einem reingespitzelten Treffer (70.). Akanji foulte Matteo Guendouzi (79.), doch nur 44 Sekunden nach Cunhas Doppelpack vom Punkt erzielte Haaland das 5:2 (80.). Das Dargebotene in Halbzeit zwei ist schnell erzählt: Offensiv inkonsequent agierende Berliner, spielerisch glänzend aufgelegte Dortmunder.

Keine Heimatliebe: Die Hauptstädter, die nach zuvor fünf sieglosen Spielen vor der Länderspielpause gegen Augsburg gewannen, gingen im Olympiastadion in dieser Saison noch nicht siegreich vom Platz. Da halfen auch die eigens gestalteten Sondertrikots samt Hommage ans Berliner Stadtbild nichts.

Aufgerückt: Die Dortmunder liegen nach den Stolperern der Bayern gegen Bremen und der Leipziger in Frankfurt mehr denn je in Lauerstellung, haben gar einen Platz in der Tabelle gutgemacht. Ein mickriger Zähler auf den Rekordmeister bleibt.

Icon: Der Spiegel

Source: spiegel

Similar news:

You may like

Trends 24h

Latest

© Communities 2019 - Privacy