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Siebengruppiger Kindergarten an der Jägerstraße: So sieht die Planung für das Peitinger Mega-Projekt aus

2020-11-26T15:09:45.948Z

Sieben Gruppen, Platz für bis zu 175 Kinder, Baukosten von rund sieben Millionen Euro: Die Zahlen zum geplanten neuen Kindergarten an der Jägerstraße in Peiting sprechen Bände. Am Dienstag hat der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für das Mega-Projekt gegeben.


Sieben Gruppen, Platz für bis zu 175 Kinder, Baukosten von rund sieben Millionen Euro: Die Zahlen zum geplanten neuen Kindergarten an der Jägerstraße in Peiting sprechen Bände. Am Dienstag hat der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für das Mega-Projekt gegeben.

Peiting – Einen Kindergarten baut eine Gemeinde wie Peiting nicht alle Tage, einen solchen, wie er an der Jägerstraße entstehen soll, erst recht nicht. „Es ist die größte Baumaßnahme, die der Markt je gestemmt hat“, versuchte Bürgermeister Peter Ostenrieder die Dimensionen in der Sitzung zu verdeutlichen. Im Vergleich zum Frühjahr, als die Architekten vom Schongauer Büro Baldauf-Prill-Lutz einen ersten Entwurf für einen fünfgruppigen Kindergarten präsentiert hatten, waren noch einmal zwei Gruppen hinzugekommen. Sie sollen bekanntlich für den Hort genutzt werden, auf dessen Neubau die Gemeinde so vorerst verzichten kann. Nachdem im Frühjahr bereits entschieden worden war, dass der Kindergarten keinen Parkplatz bekommen, sondern der vorhandene am Eisstadion per Fußweg angebunden werden soll, ging es diesmal im Detail um den Kindergarten selbst und die Außenanlagen.

Das Grundstück:

Der Standort an der Ecke Uhrerskreuzweg/Jägerstraße stellte die Planer vor Herausforderungen. Nicht nur liegt das Gelände deutlich unter Straßenniveau, teils erwies sich der Boden als nicht tragfähig, und auch die Versickerung ließ zu wünschen übrig. Um die „sumpfige Senke“ zu beseitigen, müsse ein Teil des Bodens ausgetauscht und das Gelände großflächig um bis zu einem Meter aufgefüllt werden, erläuterte Architekt Franz-Xaver Lutz. Die gute Nachricht: Man könne dafür den Aushub der offenen Ganztagsschule nutzen, der bereits auf dem Gelände liege. „Das spart Kosten.“

Das Gebäude:

Der L-förmige Bau soll auf der Nordwest-Seite des Areals entstehen, durch die Ausrichtung der Gruppenräume nach Südost sei eine optimale Belichtung gesichert. Wer das Gebäude durch den Eingang im Nordwesten betritt, landet im Foyer, das außerhalb der Bring- und Holphasen als Lese- und Spielecke genutzt werden kann. Direkt daneben haben die Planer das Büro der Leitung vorgesehen, die dadurch den Eingang im Blick hat. Im Anschluss befindet sich die Mensa samt Küche. Der Clou: Sie kann mit Foyer und benachbartem Mehrzweckraum zu einem großen Veranstaltungssaal verbunden werden.

Vom Foyer führen jeweils Flure in die beiden Flügel des Gebäudes zu den fünf Gruppen im Erdgeschoss. Zu jeder gehören Garderoben, ein Haupt- und ein Nebenraum, eigene Sanitäranlagen sowie ein eigener überdachter Freibereich. Im nördlichen Teil liegen zudem Personal-, Lager- und Technikräume. Letztere sind von außen zugänglich. Anders als in der ersten Planung sind nun alle Räume rechtwinklig, womit die Architekten einen Kritikpunkt beseitigt haben.

Per Treppe und Aufzug geht es hinauf ins Obergeschoss zu den beiden weiteren Gruppenräumen. Weil sie keinen direkten Gartenzugang haben, sorgt jeweils eine Dachterrasse für Spielmöglichkeiten an der frischen Luft. Ein Highlight ist die Rutsche, die vom Dach in den Garten führt und nebenbei als zusätzlicher Rettungsweg dient. Apropos Dach: Vorgesehen hatten die Architekten ein begrüntes Flachdach samt Photovoltaikanlage. Möglichst ökologisch sollte auch die Bauweise sein mit verschalten Holzaußenwänden, die für eine typische Stadloptik sorge und sich so optimal in die Ortsrandlage einfüge, sagte Lutz. Nur die Decken würden wegen Schall- und Brandschutz aus Stahlbeton gefertigt.

Die Außenanlagen:

Was Planer Martin Karl in Sachen Freigelände vorstellte, dürfte Kinderherzen höherschlagen lassen. Neben einem zentralen Sandbereich mit Matschanlage soll ein Bobbycar-Trail kleine Rennfahrer begeistern. Weil das Gelände zur Straße aufgeschüttet wird, entsteht ein Wall, der im Winter zum Rodeln und im Sommer zum Wasserrutschen genutzt werden kann. Dazu kommen eine Sitzecke sowie ein Rückzugsbereich, in dem Kinder mit Trittsteinen spielerisch Zahlen kennenlernen können. Natürlich seien auch Klassiker wie eine Nestschaukel vorgesehen, so Karl.

Das Konzept:

Neben den beiden Hortgruppen sollen jeweils zwei Gruppen aus dem Rathauskindergarten und dem Therese-Peter-Haus für Kinder in den neuen Kindergarten umziehen. Eine Gruppe bliebe damit als Puffer, sagte Ostenrieder. Das Therese-Peter-Haus würde damit zur reinen Krippeneinrichtung. Das Konzept sei so mit den Leitungen abgesprochen, sagte er auf Nachfrage. Prinzipiell sei der neue Kindergarten aber flexibel nutzbar, eine Unterbringung von Krippengruppen jederzeit möglich.

Die Kosten:

Um sie möglichst gering zu halten, habe man die Planung deutlich abgespeckt, sagte Lutz. „Da ist von Architekten-Seite einiges an Blut geflossen.“ Die Summe hatte es dennoch in sich. Auf 6,86 Millionen Euro bezifferte er die Gesamtkosten. Um sie zu senken, standen mehrere Optionen zur Abstimmung. Statt der Grundwasserwärmepumpe entschieden sich die Räte für die günstigere Gasheizung (-70 000 Euro) in Verbindung mit der zentralen Lüftungsanlage. Ihr Veto legten sie auch bei den von der Kindergartenleitung aus pädagogischen Gründen angeregten Verbindungstüren zwischen den Gruppenräumen ein („Nice to have“).

Der Gehweg zur Jägerstraße wird ebenfalls erst einmal nicht verwirklicht, auch, um unerwünschten Parkverkehr dort zu vermeiden. Festgehalten werden soll dagegen am begrünten Dach und der Holzbauweise. Mit deutlicher Mehrheit sprach sich das Gremium zudem für Pergolas samt Sonnenschutz für die Dachterrassen aus (+28 000 Euro). Und auch bei der Entwässerung entschied man sich für die sicherere, aber teurere Variante eines Anschlusses an den Regenwasserkanal statt der vorgeschlagenen Versickerung in Grasmulden (+18 000 Euro).

Am Ende kam man so auf eine Einsparung von rund 31 000 Euro. Nicht viel angesichts der Bausumme. Zumal die förderfähigen Kosten laut Kämmerer Christian Hollrieder auf 4,4 Millionen Euro gedeckelt sind. Gut möglich ist auch, dass angesichts der steigenden Baukosten alles noch einmal teurer wird. Man habe die Zahlen nach bestem Wissen und Gewissen kalkuliert, sagte Lutz. „Aber eine Garantie können wir natürlich nicht geben.“

Am „historischen Beschluss“ (Ostenrieder) änderte das freilich nichts: Einstimmig gab das Gremium grünes Licht.

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Source: merkur

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