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Kommentar: Erding muss weiter investieren

2020-10-24T12:04:05.630Z

Die Stadt Erding hat einige teure Baustellen. Kann sie sich die in Corona-Zeiten mit wegbrechenden Steuereinnahmen überhaupt noch leisten. Sie kann nicht nur, sie muss - sofern sie langfristig denkt, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.


Die Stadt Erding hat einige teure Baustellen. Kann sie sich die in Corona-Zeiten mit wegbrechenden Steuereinnahmen überhaupt noch leisten. Sie kann nicht nur, sie muss - sofern sie langfristig denkt, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Gut, dass Thomas Schmidbauer vorsorglich gleich selbst von einem sehr gewagten Vorstoß sprach. Allen Ernstes wollte er den S-Bahn-Ringschluss wieder aus dem Gleis heben. Corona würde so viele Milliarden kosten, dass man sich so ein Mammutprojekt nicht mehr leisten könne. Der Stadtrat blieb gelassen – und ließ sich gar nicht erst auf eine Debatte ein.

Das wäre auch fatal. Genauso widersinnig wäre es, jetzt wichtige städtebauliche Vorhaben wie ein zusätzliches Kinderhaus in Altenerding, zwei neue Feuerwachen oder eine Mehrzweckhalle am Lodererplatz zu stoppen.

Ja, die Pandemie nimmt uns alle gefangen – medizinisch, sozial und finanziell. Richtig ist auch, dass einem schwindelig werden kann, wenn man auf den Schuldenberg blickt, den Bund und Länder auftürmen, um die Kommunen mit ihren wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen und die darbende Wirtschaft zu stützen.

So wie ein Schiffbrüchiger den Blick auf den Horizont richtet, sollte auch der Stadtrat weit vorausschauen. Denn Corona wird vorbeigehen, die Stadtentwicklung aber nicht. Erding weist eine Pro-Kopf-Verschuldung von unter 30 Euro auf und verfügt nach wie vor über Rücklagen in zweistelliger Millionenhöhe. Die Stadt kann es sich also leisten, eine gewisse Zeit von der Substanz fetter Jahre zu leben – sofern sie künftige Projekte vielleicht etwas behutsamer plant, als das zuletzt der Fall war.

Nicht zu vergessen ist auch: Die Millioneninvestitionen fließen in die Wirtschaft – und damit über Steuern wieder an die öffentliche Hand zurück. Letztlich muss der Schuldenberg von dieser auch wieder abgetragen werden. Kreislauf nennt man das.

ham

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Source: merkur

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