The Limited Times

Now you can see non-English news...

Virus bremst Faschingsnarren am Tegernsee aus

2020-10-17T09:08:24.973Z

Noch im Februar bescherten die Seegeister dem Tegernsee einen spektakulären Faschingszug. Kurz darauf brachte Corona das öffentliche Leben zum Erliegen. Heuer läuft das närrische Treiben auf Sparflamme.


Noch im Februar bescherten die Seegeister dem Tegernsee einen spektakulären Faschingszug. Kurz darauf brachte Corona das öffentliche Leben zum Erliegen. Heuer läuft das närrische Treiben auf Sparflamme.

  • Corona macht den Faschingsfreunden am Tegernsee heuer einen Strich durch die Rechnung
  • Die großen Veranstaltungen wurden bereits abgesagt
  • Dennoch haben die Seegeister ein Prinzen-Paar in der Hinterhand

Gmund – Es war wie ein Aufbäumen vor dem großen Lockdown: Der farbenprächtige Faschingszug in Gmund am 23. Februar war die letzte Großveranstaltung, ehe die Corona-Pandemie mit voller Wucht das Zepter übernahm. „Es war, als hätte jemand die Pausetaste gedrückt“, sagt Seegeister-Präsident Bernd Ettenreich. Noch nicht einmal das nach einem Faschingszug obligatorische Nachtreffen hat stattgefunden, geschweige denn die Jahreshauptversammlung der Seegeister.

Somit ist Ettenreich noch immer in Amt und Würden – eigentlich wollte er nach dem jüngsten Fasching den Präsidentschafts-Posten endgültig an den Nagel hängen. Neuwahlen waren angesagt. Doch angesichts der coronabedingten Ausnahmesituation habe sich das gesamte Präsidium bereit erklärt, „um ein weiteres Jahr zu verlängern“, berichtet der 53-Jährige.

Der Fasching lebt ja auch ein bisserl von Nähe und Bussi-Bussi.

Seegeister-Präsident Bernd Ettenreich

Es ist ein Jahr, in dem die Seegeister kleine Brötchen backen müssen. Eigentlich wäre die Gmunder Faschingsgesellschaft demnächst so richtig in Schwung gekommen, mit dem Sturm aufs Rathaus und der Inthronisation des Prinzenpaares starten die Seegeister normalerweise Mitte November in die neue Faschingssaison. Beides fällt wegen Corona erst einmal flach. Ebenfalls schon abgesagt ist die Prunksitzung, die nächstes Jahr wieder fällig gewesen wäre. „Das kriegen wir mit den Abstandsregeln nicht hin – der Fasching lebt ja auch ein bisserl von Nähe und Bussi-Bussi“, meint der Präsident schmunzelnd.

Garden konnten kein neues Programm einstudieren

Ist der Fasching 2020/2021 damit von vorn herein gestorben? Tatsächlich wird es laut Ettenreich wohl nur eine Version auf Sparflamme geben. Die Garden konnten in den zurückliegenden Monaten so gut wie nicht zusammen trainieren, somit wurde auch kein neues Programm einstudiert. „Es gibt ja auch keine Örtlichkeit, wo wir auftreten können“, gibt Ettenreich zu bedenken. Alten- und Pflegeheime zum Beispiel sind wegen Corona tabu.

Seegeister haben ein Reserve-Prinzenpaar in der Hinterhand

Wenn überhaupt, dann müssen sich die Seegeister aufs Freie verlegen. Die eine oder andere Veranstaltung an der frischen Luft – das könnte sich der Präsident für die kommende Faschingssaison schon vorstellen. Für diesen Fall wird das alte Programm der Garden noch einmal aufgepeppt, zudem haben die Seegeister ein „Reserve-Prinzenpaar“ in der Hinterhand. „Die Idee dazu ist bei einer Feier im August aus der Laune heraus entstanden“, erzählt Ettenreich. Kommt es also tatsächlich zu offiziellen Auftritten der Seegeister, sind auch diese Hoheiten mit von der Partie. Die Namen – so ist es Sitte beim närrischen Volk – werden auch diesmal vorerst geheim gehalten, wie der Präsident erklärt.

Lesen Sie hier: Gmunder Seegeister läuten eindrucksvoll ihren Jubiläums-Fasching ein

Die Gmunder Seegeister, ältester Faschingsverein in Oberbayern, sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Obwohl das Vereinsleben coronabedingt in diesem Jahr kaum stattfinden konnte, sind die Mitglieder in Verbindung geblieben. „Es gab einige private Treffen, wir haben ja ganze Freundeskreise im Verein“, berichtet Ettenreich. Um den Fortbestand seiner Seegeister macht sich der „Ober-Gaudibursch“ momentan noch keine Sorgen. Ein Jahr ohne großes Faschingstreiben könne man schon überbrücken – „da bricht der Verein nicht gleich auseinander“. Liegen die Aktivitäten aber längerfristig auf Eis, wäre das „schon problematisch“.

Statt Sturm aufs Rathaus wird‘s ein Ramadama geben

Doch was ein echter Faschingsfreund ist, lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Die Seegeister sind kreativ und haben bereits Alternativ-Pläne für die ersten Ausfälle geschmiedet: Statt am 14. November beim traditionellen Sturm aufs Gmunder Rathaus den symbolischen Schlüssel vom Bürgermeister einzukassieren, treffen sich die Mitglieder um 11.11 Uhr am Volksfestplatz: zum großen Ramadama.

gab

Source: merkur

You may like

News/Politics 2020-05-03T13:05:33.345Z

Trends 24h

Latest

© Communities 2019 - Privacy