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Corona-Krise: Lebensmittelengpässe in Deutschland? Klöckner und Spahn geben Pressekonferenz

2020-03-26T10:25:44.566Z

Produktionsrückgänge, Lieferengpässe, und fehlende Saisonarbeitskräfte wirken sich auf die heimische Landwirtschaft aus. Drohen jetzt Engpässe in Supermärkten?


Produktionsrückgänge, Lieferengpässe, und fehlende Saisonarbeitskräfte wirken sich auf die heimische Landwirtschaft aus. Drohen jetzt Engpässe in Supermärkten?

  • Die Corona-Krise* strapaziert die Produktion in Deutschland
  • Auch Lebensmittelhersteller und Landwirtschaft sind betroffen
  • Die Bundesernährungsministerin schreibt einen Hilfe-Brief an die Regierungsparteien

Update vom 26. März, 11.23 Uhr: Drohen Deutschland Lebensmittelengpässe? Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat bereits beschwichtigt. Näheres gibt es wohl am Mittag zu erfahren: Scheuer und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) haben für 13.30 Uhr eine Pressekonferenz in Berlin angekündigt. Thema ist die Lebensmittelversorgung samt Lieferketten, Mobilität und Logistik.

Corona-Krise: Lebensmittelengpässe in Deutschland?

München - Kunden räumen Supermarktregale leer, andere stehen kopfschüttelnd davor - und Spargelbauern bangen um Erntehelfer aus Osteuropa: Folgen der Corona-Krise bekommen zusehends auch Verbraucher und die Landwirtschaft zu spüren. Immer wieder heißt es: Die Lebensmittelversorgung sei gesichert. Und: Die Supermärkte bleiben offen. Dennoch ist klar: Ohne den intensiven europäischen und internationalen Lebensmittelhandel werden die Bürger auch mal verzichten müssen. Wird die heimische Landwirtschaft jetzt nicht unterstützt, könnte früher oder später doch noch ein Lebensmittelengpass entstehen, denn die Lebensmittelproduktion in Deutschland ist unter Druck. Diese Gefahr ist nun auch in der Politik angekommen. 

Abstandsregelungen* und Lieferengpässe wirken sich stark auf die deutsche Produktion aus. Auch die Landwirtschaft spürt die Krise. Saisonarbeiter, die jetzt dringend nötig sind, dürfen schlicht nicht einreisen. Die deutsche Ernte könnte im Extremfall schlicht auf dem Feld vergammeln.

Nach Wochen der Beruhigung sprach nun Bundesernährungsministerin Julia Klöckner in einem Brief an SPD und CDU von drohenden Engpässen

Unter normalen Umständen werden in Deutschland im Monat März um die 30.000 Saisonarbeitskräfte benötigt. Im Mai sind es dann sogar 85.000. Dies gefährde enorm „unsere Urproduktion“. Die Ministerin beteuerte in ihrem Brief, der Business Insider vorliegt, dass dieses Saisonarbeitskräfte unter jetzigen Umständen unmöglich aufzubringen seien. 

Corona-Krise: 11-Punkte-Plan soll Versorgung in Deutschland sichern 

Um Versorgungslücken zu verhindern, fordert Julia Klöckner nun einen 11-Punkte-Plan. „In der jetzigen Lage hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung eine hohe Bedeutung“. Zuallererst müsse die Lebensmittelbranche als „systemrelevante Infrastruktur“ eingestuft werden. 

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Statement zum Corona-Hilfspaket der Bundesregierung

Ein Beitrag geteilt von Julia Klöckner (@juliakloeckner) am Mär 23, 2020 um 2:11 PDT

Insgesamt sollen Arbeitszeiten befristet flexibler behandelt werden und Saisonarbeitskräfte statt bisher 70 nun 115 Arbeitstage sozialversicherungsfrei in Deutschland arbeiten dürfen. 

Um verschiedene Branchen zu entlasten, sollen Arbeitnehmerüberlassungenohne Erlaubnis möglich sein. So könnten beispielsweise von der Krise stark betroffene Firmen ihr Personal in Richtung der Landwirtschaft verschieben.

Corona-Krise: „Massiver Engpass an Arbeitskräften“ möglich 

Auch der Warenverkehrsoll gesichert werden. Denn dieser versorgt schließlich die Supermärkte und damit die Verbraucher. Zudem werden von der Ministerin folgende Punkte gefordert:

  • Arbeitnehmer, die bereits Kurzarbeitergeld beziehen, dürfen in der Landwirtschaft dazu verdienen. Und das in Höhe ihres bisherigen Lohnes.
  • Die Plattform daslandhilf.de versucht Arbeitgeber mit Arbeitsuchenden zu vermitteln
  • Die Hinzuverdienstgrenze von Vorruheständlern in der Rentenversicherung solle erhöht werden
  • Auch Landwirte sollen zwischen dem 1. April und dem 30. Juni Pachtverträge für Ackerflächen nicht gekündigt bekommen können, wenn sie in Zahlungsverzug geraten - ähnlich wie es für Mieter bereits gilt
  • Das „Corona-Soforthilfe-Programm“ der Bundesregierung soll auch für Landwirte mit bis zu 10 Mitarbeitern möglich sein
  • Die Hilfen für Saisonarbeitskräfte soll ebenfalls gesichert werden. Ein Programm der landwirtschaftlichen Rentenbank sorgt dafür vor. Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren sollen ein Tilgungsfreijahr bekommen. Bei bestehenden Darlehen kann es bis März eine Aussetzung der Tilgungen geben - dafür ist allerdings ein Antrag notwendig. 

Corona-Krise: Hilfen für die Land- und Ernährungswirtschaft

Momentan sei der „Versorgungsgrad bei einigen Lebensmitteln über 100 Prozent“, so die Ministerin. Doch bei Obst und Gemüse etwa sind es unter 40 Prozent. 

„Was nicht gesät, gepflanzt, geerntet, verarbeitet und transportiert wird, fehlt am Ende zur Versorgung unserer Bevölkerung.“ Die Ministerin hofft mit ihrem Punkte-Plan der Landwirtschaft unter die Arme greifen zu können. Die Versorgungsketten müssen in Takt bleiben. 

mak 

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Rubriklistenbild: © dpa / Thomas Frey

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Source: merkur

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