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Arbeitgeber-Funktionär fordert Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich - DER SPIEGEL - Wirtschaft

2020-10-24T07:30:09.937Z

Spätzuschläge abschaffen, Pausenregelungen und Weihnachtsgeld auf den Prüfstand bringen: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall schlägt raue Töne an - und fordert ein Ende der "starren 35-Stunden-Woche".


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Künftiger Gesamtmetall-Präsident Wolf: "Wir brauchen jetzt Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich."

Foto: Markus Hintzen

Scharfe Forderungen an die Beschäftigten der Metallbranche: Stefan Wolf, der designierte Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, will, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich leisten sollen. Dies könnten "mal zwei oder auch mal vier Stunden pro Woche sein", sagte Wolf der "Bild"-Zeitung. Eine starre 35-Stunden-Woche passe "nicht mehr in die Zeit". Er wolle davon "flexibel abweichen, je nach Auftragslage".

Auch Spätzuschläge möchte Wolf teilweise abschaffen. Diese seien "nicht mehr zeitgemäß". Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sowie Pausenregelungen sollten ebenfalls auf den Prüfstand kommen, verlangte er. "Wenn Sie reinhören in die Betriebe: Viele Menschen wären zu Zugeständnissen bereit", sagte er und monierte, dass die Arbeitskosten pro Stunde in Deutschland zu hoch seien: "Die erdrücken die Unternehmen." Die drohende Folge sei, dass Unternehmen ins Ausland abwanderten und Arbeitsplätze wegfielen.

Stefan Wolf - bislang beim Arbeitgeberverband Südwest-Metall - ist Chef des Automobilzulieferers ElringKlinger und soll im November zum Nachfolger von Rainer Dulger an die Gesamtmetall-Spitze gewählt werden.

Die deutsche Metall- und Elektroindustrie arbeitet sich nur langsam aus dem Corona-Tief heraus. Die Branche habe zwar einen ersten Schritt aus der Krise heraus getan, "die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird aber länger dauern als erhofft", sagte vor kurzem Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander. Bei der Produktion liege die Branche in den ersten acht Monaten rund 19 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Beim Umsatz erwarten laut Gesamtmetall-Umfrage 72 Prozent der Unternehmen für 2020 einen Rückgang - und zwar im Durchschnitt um 23 Prozent.

Gewerkschaft will Viertagewoche mit Teillohnausgleich

In der anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie droht ein tiefgreifender Konflikt. Die Branche mit 3,9 Millionen Beschäftigten und den Schwergewichten Auto und Maschinenbau steckt einerseits in einem heftigen Strukturwandel, getrieben von Digitalisierung und der Umstellung auf elektrische Antriebe. Auf der anderen Seite kämpfen die Unternehmen in unterschiedlicher Intensität mit den Folgen der Coronakrise.

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Im ersten Vorlauf der schwierigen Verhandlungsrunde haben Arbeitgeber und IG Metall extrem unterschiedliche Rezepte zur Zukunftsbewältigung vorgestellt. Die Gewerkschaft will ein flexibles Volumen erstreiten, das bei florierenden Firmen zu einem deutlichen Lohnplus für die Mitarbeiter führen würde. Wo es hingegen nicht so gut läuft, soll die Belegschaft ganz oder teilweise in eine Viertagewoche geschickt werden.

Es müsse zur Beschäftigungssicherung ein Wahlmodell für eine Viertagewoche mit Teillohnausgleich geben, verlangte kürzlich NRW-Bezirkschef Knut Giesler. Dies schaffe auch Möglichkeiten zur dringend benötigten Weiterbildung: "Vier Tage Arbeit und ein Tag Qualifizierung sind mit diesem Arbeitszeitmodell möglich." 32 oder sogar nur 28 Stunden Wochenarbeitszeit könnten manchem schlecht ausgelasteten Betrieb helfen, seine Belegschaft für bessere Zeiten zu halten. Der große Haken ist allerdings der Teillohnausgleich, den die Gewerkschaft für den Ausfall verlangt.

"Lohnerhöhungen sind weder dieses noch nächstes Jahr realistisch", sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger Mitte Oktober und forderte auch Beiträge der Beschäftigten zur Krisenbewältigung.

Icon: Der Spiegel

jus/AFP/Reuters

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Source: spiegel

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